Lieber leben als verrenten

In Deutschland gibt es 87,7 Millionen Lebens- und Rentenversicherungsverträge, wie der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) in seinem Jahresbericht 2014 meldet. Fast die Hälfte (genau: 45,1 % mit weiter zunehmender Tendenz) sind Rentenversicherungen. Offenbar mögen es die deutschen Versicherungskunden, sich mit Rentenbeginn enteignen zu lassen.

Was bewegt mich zu dieser provokanten Aussage? Nun: gemäß dem Charakter einer Rentenversicherung wird mit dem vereinbarten Rentenbeginn der bis zu diesem Zeitpunkt aufgebaute Vermögenswert in einen Anspruch auf Rentenleistung umgewandelt. Bis gestern war ich als Versicherungsnehmer einer Rentenversicherung noch Herr über mein gesamtes  (Versicherungs-) Vermögen – ab heute bin ich nur noch Almosenempfänger. Bis gestern konnte ich meinen Vertrag kündigen, beleihen oder verschenken. Es gehörte mir. Letztmalig zum vereinbarten Verrentungstermin hätte ich auch eine einmalige Auszahlung wählen können. Das hätte allerdings zur sofortigen Besteuerung aller bisher steuerfrei aufgelaufenen Erträge geführt.

Über Nacht aber habe ich mein Vermögen verloren. Es wurde dem großen Kollektiv eines Rententarifes einverleibt. Mir verbleibt jetzt nur noch ein Anspruch auf Leibrente, die mir in monatlichen Häppchen zugeteilt wird.

Leibrente: das ist eine Rente, die bezahlt wird, solange ich lebe. Die Versicherungen unterstellen, dass ich nahezu unendlich lange leben werde und sie deswegen auch nahezu unendlich lange zahlen müssen. Deswegen sind die Rentenleistungen im Verhältnis zu meinem Vermögen (das ich heute Nacht an das Rentenkollektiv verloren habe) so gering. Almosen im Vergleich zu meinem vorigen Vermögen.

Die Versicherungsunternehmen kalkulieren extrem vorsichtig. Sie nutzen dazu Sterbetafeln. Das sind aber nicht die Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes, die die durchschnittliche Lebenserwartung kalkulieren. Es sind andere Sterbetafeln, die von einer deutlich höheren Lebenserwartung ausgehen und deshalb zu geringeren Rentenleistungen führen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, helfen die Erläuterungen auf der Webseite des GDV: gdv.de/2013/12/welche-bedeutung-haben-sterbetafeln-in-der-privaten-rentenversicherung/

Sterbe ich nun vor meinem von den Versicherungen kalkulierten Lebensende, erlischt mein Anspruch auf Rentenzahlung. Damit ist mein früheres Vermögen endgültig im großen Topf des Rentenkollektivs verschwunden. Mit zusätzlichen Vereinbarungen könnte ich bestimmte  Mindestleistungen festlegen. Jede zusätzliche Vereinbarung dieser Art führt allerdings zu einer weiteren Reduzierung der monatlichen Zahlung.

Ein weiterer Grund für die meist enttäuschend geringe Rentenhöhe ist die geringe Rendite, die mit dem Rentenkollektivvermögen erwirtschaftet wird. Lesen Sie hierzu den Beitrag über die Notwendigkeit, Zinszusatzreserven zurückzustellen, was die Rendite von jüngeren Verträgen noch weiter schmälert. Januar 2016 erschreckte der neueste Bericht der ASSEKURATA die Versicherungskunden noch mehr. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) zwingt die Versicherungsunternehmen zu immer höheren „Zinszusatzreserven“, was zu einer Umverteilung zu Lasten der jüngeren Verträge mit geringen Garantien führt. Neue Verträge mit nur 1,25 % Mindestverzinsung haben keine realistische Chance mehr auf eine Überschussbeteiligung.

Mehr Freiheiten – und vor allem den dauerhaften Erhalt des vollen Vermögens zur eigenen Verfügung – bietet die Vertragsart „Lebensversicherung“.  Im Bereich des Private-Insuring gestalten wir so einen Vertrag gemäß folgenden Vorgaben:

  • Sehr lange Laufzeit.
    Damit bleiben Sie Herr des Geschehens, so lange Sie leben. Wie vorteilhaft sich eine lange Laufzeit auswirkt, lesen Sie unter den Menüpunkten „Laufzeit“ und „steuerbegünstigt“.
  •  Jederzeitiges Recht auf Teilauszahlungen.
    Damit bestimmen Sie selbst, wann Sie Auszahlungen erhalten wollen. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt, wann immer Sie dies wünschen, in jeder beliebigen Höhe.
  • Einschluss einer zusätzlichen Leistung im Todesfall.
    Damit erfüllen Sie die Voraussetzungen, dass dieser Private-Insuring-Vertrag genauso steuerbegünstigt ist wie ein Standardvertrag aus dem Regal der Massenwaren. Die Prämien hierfür sind gering, wie Sie unter dem Menüpunk „kostengünstig“ nachprüfen können.