Langfristig rentabel – und trotzdem jederzeit verfügbar

Ein Private-Insuring-Vertrag ist grundsätzlich für die langfristige Vermögensanlage gedacht. Wie Sie trotzdem jederzeit darüber verfügen können, lesen Sie unter dem Menüpunkt „jederzeit verfügbar“.

Warum wir bei Private-Insuring in langen Zeiträumen denken

Die im Rahmen eines Private-Insuring-Vertrags angelegten Beträge sind Vermögensreserven für „später“. Später: Das heißt

  • für Entnahmen in den berufsfreien Jahren
  • als Reserve für die Wechselfälle des Lebens
  • zur Weitergabe an Kinder und Enkel

Vielleicht starten Sie Ihren Vertrag als Vierzigjähriger. Dann mag es 25 Jahre dauern, bis Sie mit den ersten planmäßigen Entnahmen beginnen. Wie lange soll dieses Private-Insuring-Vermögen dann einen Beitrag zur Versorgung leisten? 20 Jahre oder eher 30? – Wir wünschen Ihnen 50 Jahre weitere Lebenszeit! Dann sollte Ihr Private-Insuring-Vermögen so geartet sein, dass es möglichst lange, für Ihre gesamte Lebenszeit, einen Beitrag zur Versorgung leisten kann.

Der Zusammenhang ist klar: Dieses „Geld für später“ soll also langfristig angelegt sein – und damit auch langfristig Rendite erwirtschaften. Wir denken deswegen in Zeiträumen von 25, 30 und mehr Jahren.

Langfristig zählt jeder Prozentpunkt mehr Rendite

Über eine lange Anlagezeit führt jeder Prozentpunkt mehr Rendite zu einer deutlichen Verbesserung des Anlageergebnisses. Ich betone die Bedeutung der Langfrist-Rendite mit Nachdruck, weil ich in den vierzig Jahren meiner Berufstätigkeit viele hundert Male beobachtet habe, dass Anleger schon wegen einem halben Prozentpunkt Renditeunterschied für eine 3-Monats-Festgeldanlage die Bank gewechselt haben, gleichzeitig aber keine fünf Minuten darauf investierten, über die Bedeutung eines Renditeunterschiedes von einem Prozentpunkt für ihre Langfrist-Vermögensanlagen nachzudenken.

Grafik:
1,376 Millionen oder nur 898.000 Euro ist das Ergebnis einer Einmalanlage von 100.000 Euro nach Ablauf von 45 Jahren, je nachdem, ob die Anlage im Jahresdurchschnitt 6 oder nur 5 Prozent Rendite erwirtschaftet hat. Das Beispiel demonstriert, wie ein Renditeunterschied von nur einem Prozentpunkt das Ergebnis einer Kapitalanlage auf lange Sicht beeinflusst.

Schon ein einziger Prozentpunkt Rendite-Unterschied führt bei einem langen Anlagezeitraum zu bedeutenden Unterschieden beim Anlage-Ergebnis

Schon ein einziger Prozentpunkt Rendite-Unterschied führt bei einem langen Anlagezeitraum zu bedeutenden Unterschieden beim Anlage-Ergebnis

 

Warum wir für den Long-Run über die Aktienmärkte nachdenken sollten

Anlagen im Aktienmarkt bieten über einen langen Anlagezeitraum ausgezeichnete Chancen, eine akzeptable Rendite zu erreichen. Unter „Rendite“ verstehe ich in diesem Zusammenhang den gesamten Vermögenszuwachs, den ein Investment durch Kurssteigerungen, Dividenden und Zinserträgen liefert.

Als erstes Beispiel folgt der Weltaktienindex „MSCI World“(*). Zu diesem Index wird fast immer nur der reine Kursindex veröffentlicht. Diese stieg von Anfang 1970 bis 28.10.2015 von 100 auf 4.999 Punkte. Dies entspricht einer durchschnittlichen Wertsteigerung von ca. 8,5 Prozent jährlich. Richtiger ist es jedoch, den Performanceindex zu betrachten, der die Dividenden mit berücksichtigt. Dieser stieg in der gleichen Zeit von 100 auf 6.993 Punkte, was einer durchschnittlichen Steigerung von ca. 9,7 Prozent jährlich entspricht.

Die folgende Grafik stellt beide Entwicklungen im Vergleich dar.

Weltaktienindex:
Seit 1970 fast zehn Prozent Wertsteigerung im Durchschnitt der 45 Jahre

Grafik: 
Die blaue Linie zeigt die Gesamtperformance des Weltaktienindex „MSCI World“ seit Anfang 1970. Unter Einrechnung der Dividenden zeigt dieser Index eine durchschnittliche Wertzuwachsrate von 9,9 Prozent um Durchschnitt aller Jahre.  Darstellung in logarithmischer Skalierung.

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Langfristig lassen Aktien eine gute Wertentwicklung erwarten. Der Weltaktienindex MSCI World (in USD) lieferte in den 45 Jahren von Anfang 1970 bis Ende 2014 einen Vermögenszuwachs von jährlich durchschnittlich 9,1 % (reine Kurssteigerung). Inklusive Dividenden addiert sich der gesamte Vermögenszuwachs auf durchschnittlich jährlich 9,9 % pro Jahr.

 

(*)Das US-amerikanische Finanzhaus Morgan Stanley Capital International berechnet die Wertentwicklung dieses Aktienkorbes seit 31.12.1969 und stellt das Ergebnis unter der Bezeichnung „MSCI World“ zur Verfügung.Der Index repräsentierte per 29.10.2015 Aktien in folgender Zusammensetzung:

  • 58,5 % Vereinigte Staaten
  • 8,68 % Japan
  • 7,65 % Vereinigtes Königreich
  • 3,80 % Frankreich
  • 3,55 % Schweiz
  • 3,42 % Deutschland
  • 3,29 % Kanada
  • 2,39 % Australien
  • 1,32 % Spanien
  • 1,19 % Hong Kong
  • 1,08 % Niederlande
  • 1,08 % Schweden
  • 4,05 % andere

Der Index repräsentiert damit ein breit gestreutes Investment in Aitken der Industrieländer.

Heimischer DAX:
Seit 1988 neun Prozent Wertsteigerung im Durchschnitt aller Jahre

Im heimischen Aktienindex DAX sind die 30 Unternehmen mit der größten frei verfügbaren Marktkapitalisierung in Deutschland zusammengefasst. Dieser Index wird – im Gegensatz zum MSCI Worldindex – meist als Performanceindex veröffentlicht. Hier sind die Dividenden bereits im Index enthalten.

Die blaue Linie zeigt die Wertentwicklung des DAX Performanceindex inklusive Berücksichtigung der Dividenden. Die Grafik beginnt Anfang 1988, da das zur Darstellung genutzte Informationssystem ab diesem Datum beide Kurse (DAX Performanceindex  und DAX Kursindex) zur Verfügung stellt.

Grafik
Entwicklung des DAX Performanceindex  (blaue Linie) und des DAX Kursindex (rote Linie) über 27 Jahre vom 1.1.1988 bis zum 31.12.2014.  Darstellung in logarithmischer Skalierung.

Eine Investition in deutschen Aktien (hier am Beispiel des DAX dargestellt)

DAX und Dax Kursindex im Vergleich: Inklusive Dividenden betrug der Vermögenszuwachs seit Anfang 1988 (Beginn der Kursindex-Datenreihe) zu einem durchschnittlichen Vermögenszuwachs von 9,1 % pro Jahr.

Aktienmärkte: kurzfristig volatil – langfristig rentabel

Die beiden vorausgegangenen Beispiele zeigen nicht nur das positive Ergebnis über einen langen Anlagezeitraum. Sie zeigen die Wertschwankungen auf diesem Weg. Dies führt zu der Frage: Wie bedeutend sind kurzfristige Wertschwankungen, wenn die geplante Anlagedauer zehn Jahre, zwanzig Jahre und noch viel länger ist?

Die folgende farbige Tabelle vermittelt einen schnellen Überblick über die Anlage-Ergebnisse, die diverse Aktienmärkte in den Jahren 2005 bis 2015 (hier: bis zum 30.09.2015) erzielt haben. In jedem einzelnen Jahr ist der jeweils erfolgreichste Aktien-Teilmarkt ganz oben aufgeführt, der Aktienteilmarkt mit dem schlechtesten Anlageergebnis ganz unten.

Die  Unterschiede in der Wertentwicklung der Teilmärkte werden bei einer längeren Anlagezeit immer geringer. Ganz rechts in der Spalte „10 Jahre (annualisiert)“ ist das durchschnittliche Ergebnis der verschiedenen Anlagemärkte über 10 Jahre angegeben:

  • 11,0 % für Asien ex Japan
  • 10,1 % für den MSCI Emerging Markets
  • 9,3 % für die SmallCaps
  • 8,9 % für den S&P 500 (USA)
  • 8,2 % für High Dividend Aktien
  • 6,4 % für Europäische Aktien
  • 3,5 % für den Topix Japan

Grafik:
Aktienmarkterträge von 2005 bis Q3 2015 in unterschiedlichen Teilmärkten. Das durchschnittliche Ergebnis pro Jahre war auch in dem relativ kurzen Anlagezeitraum – unter Einschluss der Krisenjahre 2008 und 2009 – sehr positiv.

Globale Aktienmarkterträge 2005 bis Sept 2015 - Guide to the Markets_Seite_29

Quelle: J.P.Morgan, Guide to the Markets, Oktober 2015

Je länger die Anlagedauer,
desto geringer die Bandbreite des durchschnittlichen Anlage-Ergebnisses

Wie sich die Bandbreite der Anlage-Ergebnisse mit zunehmender Anlagedauer verringert, zeigt eindrucksvoll der Vergleich der durchschnittlichen jährlichen Ergebnisse von rollierenden Anlagezeiträumen über jeweils 1 Jahr, 5, 10 und 20 Jahren. Rollierend bedeutet in diesem Zusammenhang, dass für jede Anlagedauer jeweils das Ergebnis alle Zeitscheiben mit jeweils einem Jahr späteren Beginn und entsprechend einem Jahr späteren Ende betrachtet wurde. Die folgenden Zahlen resultieren aus einer Analyse für den Zeitraum von 1950 bis Mai 2015.

Jahres-Ergebnis für Large-Cap-Aktien US (dunkelgraue Säulen in der Grafik)

  • Rollierender 1-Jahres-Zeitraum: plus 61 % bis minus 43 % in einem Jahr
  • Rollierender 5-Jahres-Zeitraum: plus 30 % bis minus 7 % durchschnittlich pro Jahr
  • Rollierender 10-Jahres-Zeitraum: plus 21 % bis minus 3 % durchschnittlich pro Jahr
  • Rollierender 20-Jahres-Zeitraum: plus 18 % bis plus 4 % durchschnittlich pro Jahr

Jahres-Ergebnis für Anleihen US (blaue Flächen in der Grafik)

  • Rollierender 1-Jahres-Zeitraum: plus 48 % bis minus 18 % in einem Jahr
  • Rollierender 5-Jahres-Zeitraum: plus 24 % bis minus 3 % durchschnittlich pro Jahr
  • Rollierender 10-Jahres-Zeitraum: plus 17 % bis minus 0 % durchschnittlich pro Jahr
  • Rollierender 20-Jahres-Zeitraum: plus 13 % bis plus 1 % durchschnittlich pro Jahr

Die Grafik fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen. Damit wird auf einen Blick klar:

  1. Je länger der Anlagezeitraum ist, desto geringer wird die Bedeutung von kurzfristigen Wertschwankungen.
  2. Aktien führen über einen langen Anlagezeitraum tendenziell zu einem besseren Anlageergebnis als Anleihen.

Grafik:
Abweichungen im durchschnittlichem jährlichen Anlage-Ergebnis werden mit zunehmendem Anlagezeitraum geringer. 

Quelle: J.P.Morgan, Guide to the Markets, Oktober 2015

Quelle: J.P.Morgan, Guide to the Markets, Oktober 2015

Auch der Vergleich mit weiteren zur Verfügung stehenden Anlageklassen führt zu dem Ergebnis, dass über einen längeren Anlagezeitraum mit Aktien tendenziell das bessere Anlageergebnis erzielt wird. Die Analyse umfasst einen Anlagezeitraum von 10 Jahren, beginnend mit dem Jahr 2005. Das durchschnittliche Jahresergebnis zeigt einmal mehr, dass mit Aktien bereits über den Zeitraum von 10 Jahren ein besseres Ergebnis als mit anderen Anlagearten erzielt wurde:

  • 10,1 % Aktien Emerging Markets
  • 9,2 % Hochzinsanleihen
  • 8,7 % REITs (Aktien von Immobilien-Gesellschaften)
  • 7,9 % Aktien Global
  • 5,5 % Anleihen IG (Investmentgrade)
  • 5,0 % Hedge-Fonds
  • 4,3 % Staatsanleihen
  • 2,2 % Cash
  • 0,7 % (minus) für die Preisentwicklung bei Rohstoffen

Trotz der erheblichen Zinssenkungen in den letzten 10 Jahren und den damit verbundenen Kursgewinnen konnten die Anleihen die Wertentwicklung von Aktien nicht übertreffen. Im Gegenteil: Anleihen von Schuldnern sehr guter Bonität (IG) und Staatsanleihen erreichten mit ihrem durchschnittlichen Anlageergebnis von 5,5 bzw. 4,3 Prozent nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel des Ergebnisses einer Anlage in Aktien. Dies mag für eine sehr kurze Anlagedauer nicht so dramatisch sein, für einen langen Anlagezeitraum jedoch schon.

Verschiedene Anlageklassen 2005 bis Sept 2015 Guide to the Markets_Seite_58

Quelle: J.P.Morgan, Guide to the Markets, Oktober 2015

Anfangs vor allem rentabel, später mit weniger Schwankungen

Vermutlich werden Sie bei einer langen Anlagedauer bis zum Beginn wesentlicher Entnahmen eher ein höheres Schwankungsrisiko akzeptieren. Damit haben Sie die Möglichkeit, die Chancen in den Anlagemärkten – auch unter Inkaufnahme von zwischenzeitlichen Wertschwankungen – intensiver zu nutzen. Rückt der Zeitraum von größeren Entnahmen näher, könnte das Portfolio – jeweils zu einem günstigen Zeitpunkt, z.B. nach einer Anstiegsphase – umgeschichtet und weniger schwankungsreich („volatil“) zusammengestellt werden.

Wie hoch ist Ihre Bereitschaft, Wertschwankungen zu akzeptieren?
Machen Sie den Test!

Jeder Anleger zeigt eine unterschiedliche Toleranz gegenüber Wertschwankungen in seinem Vermögen. Wann haben Sie über Ihre persönliche Bereitschaft, Wertschwankungen zu akzeptieren, zum letzten Mal intensiv nachgedacht?

Die Vorbereitung auf den Abschluss eines Private-Insuring-Vertrages wäre ein passender Anlass, Ihr persönliches Risiko-Budget zu analysieren. Die Bereitschaft, Wertschwankungen zu akzeptieren, kann sich im Laufe des Lebens ändern.

Eine fundierte Unterstützung zur Klärung Ihrer persönlichen Bereitschaft, Wertschwankungen bei den Vermögensanlagen zu akzeptieren, bietet Ihnen FinaMetrica. Dies ist ein Verfahren, das Ihnen hilft, Ihre persönliche Risikobereitschaft zu erkennen und daraus auch Handlungsempfehlungen zu gewinnen. Sie sind herzlich eingeladen, dieses wissenschaftlich fundierte Verfahren zu nutzen und damit  – kostenfrei – eine aktuelle Standortbestimmung zu erstellen.

(In Vorbereitung: Link zum Selbsttest, … )