Der vermögende Senior (oder die vermögende Seniorin) möchte den Enkeln eine Starthilfe für später zur Verfügung stellen. Er (bzw. sie) startet einen Private-Insuring-Vertrag per Einmalzahlung (alternativ auch mit mehreren Einzahlungen verteilt über einige Jahre) nach der Geburt des neuen Erdenbürgers.

Versicherungsnehmer und damit Vermögenseigentümer bleibt bis auf weiteres der Senior / die Seniorin. Zu gegebener Zeit überträgt der Senior / die Seniorin den Vertrag mit dem bis dahin steuerfrei angewachsenen Vermögen auf den Enkel, zum Beispiel anlässlich der Volljährigkeit oder zu einem beliebigen weiteren Zeitpunkt.

Der Enkel / die Enkelin als neuer Versicherungsnehmer kann nun mit diesem Vermögen genauso umgehen wie der vorige Versicherungsnehmer:

  • weiterlaufen lassen und die Steuerbegünstigung nutzen
  • Teilentnahmen durchführen und damit Studium, erstes Auto, Start in die Selbständigkeit finanzieren
  • später als zusätzliche Altersversorgung nutzen

So können Vermögenswerte unter Nutzung von Gestaltungsmöglichkeiten steuergünstig im Bereich der Einkommensteuer als auch im Bereich der Schenkung/Erbschaftsteuer weitergegeben werden. Falls der Senior / die Seniorin sich noch ein Mitspracherecht beim Umgang mit diesem Vermögenswert vorbehalten möchte (z.B., um eine als unvernünftig angesehene Verfügung darüber zu verhindern), kann der bisherige Versicherungsnehmer weiterhin als zweiter Versicherungsnehmer im Vertrag verbleiben. Schon ein Anteil von nur einem Prozent am Vertrag führt dazu, dass alle Entscheidungen in Zusammenhang mit diesem Vertrag stets einvernehmlich getroffen werden müssen.

Private-Insuring-Einmalanlage-fuer-Enkel

Alternativ könnte der Senior / die Seniorin den Private-Insuring-Vertrag auch im eigenen Bestand halten und dem Enkel / der Enkelin daraus Zuwendungen finanzieren, wann immer dies für sinnvoll erachtet wird, zum Beispiel

  • nach bestandener Führerscheinprüfung als Finanzierungshilfe für ein Auto
  • als Zuschuss für die Studienzeit als eine Art „privates Bafög“
  • als Starthilfe für die eigene Existenzgründung

Die Möglichkeit, aus dem Private-Insuring-Vertrag jederzeit Teilentnahmen durchführen zu können, öffnet die Tür zu jeder gewünschten Verfügung. Der nicht benötigte Teil dieses Vermögens verbleibt im Vertrag und wächst dort weiterhin steuerbegünstigt.

Vertragsgestaltung

Der vermögende Senior will einen Teil seines Vermögens bereitstellen, um damit seine Enkel zu unterstützen. Er möchte jederzeit auf diese Vermögensreserven zugreifen können. Soweit irgendwann später im Erbfall noch Vermögen im Vertrag ist, soll dieses Vermögen steuerfrei an den Enkel / die Enkelin ausbezahlt werden.

Versicherungsnehmer

ist zunächst der Senior / die Seniorin. Später kann ein Versicherungsnehmerwechsel stattfinden, womit das im Vertrag aufgebaute Vermögen an den neuen Versicherungsübernehmer übertragen wird. Steuertechnisch ist dies eine Schenkung, womit Freibeträge frühzeitig genutzt werden können. (Die Freibeträge für Schenkungen können alle zehn Jahre erneut ausgeschöpft werden.)

Versicherte Personen

Als versicherte Person könnte der Senior sich selbst festlegen. In diesem Fall wird das Vertragsvermögen – soweit nicht vorher schon entnommen – endgültig steuerfrei an die Bezugsberechtigten ausbezahlt, wenn der Senior verstirbt.

Alternativ könnten auch die Eltern des Neugeborenen als versicherte Person(en) festgelegt werden. In diesem Fall bleibt der Vertrag auch über den Tod des Seniors hinaus erhalten. Er wird genauso wie die weiteren Vermögenswerte des Seniors vererbt. Sinnvoll ist bei dieser Vertragsgestaltung eine Bestimmung im Testament, die festlegt, dass dieser Vertrag als Ganzes an einen bestimmten Erben übertragen wird. Dieser Erbe (= der Enkel / die Enkelin) kann den Vertrag dann weiterführen und als neuer Versicherungsnehmer nach eigener Entscheidung darüber verfügen. Die endgültige Auszahlung des Vertragsvermögens erfolgt mit Ableben der als versicherte Person(en) bestimmten Eltern.

Hinweis: Je nach Höhe der zur Diskussion stehenden Vermögenswerte ist die Beratung durch einen in Erbschaftsteuer-Angelegenheiten erfahrenen Steuerexperten sinnvoll, vor allem, wenn die Freibeträge mehrfach genutzt werden sollen. Je nach Vertragsgestaltung kann ein kurzer Weg für den Vermögenstransfer direkt vom Senior zum Enkel / zur Enkelin erreicht werden oder eine Übertragung jeweils von einer Generation auf die nächstfolgende.

Bezugsberechtigte

der Enkel / die Enkelin.

Vertragslaufzeit

lange, so lange wie möglich.

Teilentnahmen

jederzeit, für jeden beliebigen Zweck, in jeder beliebigen Höhe.

Beispiel

Der vermögende Senior beginnt einen Private-Insuring-Vertrag anlässlich der Geburt eines Enkels. Damit stellt er Vermögensreserven bereit, die den heranwachsenden Erdenbürger sein ganzes Leben lang begleiten können. Zunächst als aktuelle Hilfe für Mobilität und Ausbildung, dann als Starthilfe für die Existenzgründung, später als jederzeit greifbare Reserve für die Altersversorgung.

Vertragsentwicklung bei einer angenommenen Netto-Rendite von 4 %:

  • Vertragsbeginn mit Alter 50 mit einer Einmalzahlung von Euro 100.000.
  • Entnahme einmalig mit 68 Euro 20.000 als Finanzierungshilfe für ein Fahrzeug
  • Jährliche Entnahmen Euro 12.000 während der Studienzeit
  • Einmalige Entnahme mit 80 als Starthilfe für die Existenzgründung

Das Vertragsvermögen bleibt erhalten und wächst – sofern keine weiteren Teilentnahmen stattfinden – bis zur vereinbarten Fälligkeit im Alter 102 oder bis zur vorzeitigen (steuerfreien!) Auszahlung beim Ableben der versicherten Person vor Erreichen des planmäßigen Ablaufs.

Die blauen Flächen am unteren Rand der Grafiken zeigen die Einzahlung im ersten Jahr und sodann die benannten Teilauszahlungen an.

09 Senior Netto-Rendite 4 Prozent

Vertragsentwicklung bei einer angenommenen Netto-Rendite von 6 %:

Der Verlauf des Vertrages bei einer um zwei Prozentpunkten höheren Netto-Rendite verläuft ähnlich wie im vorausgegangenen Beispiel, allerdings mit dem Unterschied, dass jede Teilentnahme genau doppelt so hoch kalkuliert werden kann. Dies demonstriert einmal mehr die Bedeutung einer guten Rendite bei langlaufenden Vermögensanlagen.

10 Netto-Rendite 6 Prozent

Hinweise zur Erzielung einer guten Rendite unter dem Menüpunkte „rentabel“ und „Musterportfolios“

 

Kalkulationsgrundlagen für dieses Beispiel