Der Steuerfuchs hat frühzeitig einen Private-Insuring-Vertrag begonnen. Damit baut er sich ein steuerfrei wachsendes Vermögen auf. Im Alter fordert er Jahr für Jahr Teilauszahlungen an, die so bemessen sind, dass der steuerlich nur hälftig anzusetzende Unterschiedsbetrag im Rahmen seiner Freibeträge nur zu einer geringen oder gar keiner Steuerzahlung führt.

Wesentliche Grundlagen für diese Gestaltung sind folgende Eigenschaften eines Private-Insuring-Vertrages:

  1. Der Vertrag läuft sehr lange.
    Je länger, desto besser. Eine Vertragslaufzeit „bis Alter 65“ würde dazu führen, dass der Vertrag mit Erreichen des 65. Lebensjahres beendet wird. Damit erfolgt die Auszahlung des bis dorthin aufgebauten Vermögenswertes in einer Summe, einschließlich des gesamten bis dorthin angewachsenen Unterschiedsbetrags. Dies verhindert jede sinnvolle Steuergestaltung: der für den Erlebensfall benannte Bezugsberechtigte erhält die Auszahlung, ob er es will oder nicht. Im Bereich des Private-Insuring wird die Auszahlung mit hoher Wahrscheinlichkeit einen so hohen Unterschiedsbetrag beinhalten, dass alleine dadurch bereits die höchste Steuerprogression erreicht wird. Eine Vertragslaufzeit „bis Alter 100“ (als Beispiel) vermeidet diese zwangsweise Auszahlung mit 65.
  2. Der Vertrag bietet das Recht auf Teilauszahlungen
    Mit Teilauszahlungen kann der Versicherungsnehmer den Zufluss von steuerpflichtigem Einkommen selbst steuern. Hat er im laufenden Jahr Einkommen aus anderen Einkommensquellen erzielt, verzichtet er bewusst für dieses Jahr auf eine Teilauszahlung. In der Regel braucht er dann auch keine Teilauszahlung – er hat ja anderweitiges Einkommen. Erzielt er jedoch kein oder nur sehr geringes Einkommen aus anderen Einkommensquellen, liegt er ein einer geringen Steuerprogression. Er füllt die Einkommenslücke durch eine Teilauszahlung aus seinem Private-Insuring-Vertrag. Der in der Auszahlung enthaltene anteilige Unterschiedsbetrag fällt damit (je nach Höhe dieses Unterschiedsbetrages) in eine niedrige Steuerprogression.

So kann der Steuerfuchs seinen Private-Insuring-Vertrag flexibel nutzen und für jedes einzelne Jahr erneut über die Höhe einer Teilauszahlung entscheiden.

Vertragsgestaltung:

Versicherungsnehmer:
er selbst

Versicherte Person:
in der Regel er selbst

Bezugsberechtigung:
nach seiner Entscheidung und jederzeit änderbar

Vertragsdauer:
je länger, desto besser

Beispiel:

Der Steuerfuchs beginnt die Einzahlungen mit 30. Er ist selbständig, nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung und kann selbst entscheiden, wie er sich sein „Vermögen für später“ aufbaut. Statt Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) investiert er jährlich Euro 15.000 in seinen Private-Insuring-Vertrag, um damit jederzeit verfügbares eigenes Vermögen aufzubauen. Mit 55 reduziert er seine Erwerbstätigkeit. Er stoppt jetzt auch die Beitragszahlung. Mit 62 beendet er seine Erwerbstätigkeit ganz. Die Einkommenslücke schließt er mit jährlichen Teilentnahmen aus seinem Private-Insuring-Vertrag.

In der Grafik sind diese Entnahmen in jährlich gleichbleibender Höhe dargestellt. In der Praxis wird der Steuerfuchs jeweils gegen Jahresende prüfen, wie hoch seine zu versteuernden Einkünfte aus anderen Einkommensquellen (Depots, Immobilien, Beteiligungen, …)  im aktuellen Jahr sind. Die Teilentnahme aus seinem Privat-Insuring-Vertrag kann er in Jahren mit geringem anderweitigem Einkommen erhöhen und in Jahren mit hohem anderweitigem Einkommen reduzieren oder ganz ausfallen lassen. Damit erreicht er, dass der in den Teilauszahlungen enthaltene Unterschiedsbetrag (= der zur Hälfte im Rahmen seines jährlichen Einkommens zu erfassen ist), in eine möglichst geringe Steuerprogression fällt.

Vertragsentwicklung bei einer angenommenen Netto-Rendite von 4 %:

  • Mit 30 Start von jährlichen Einzahlungen à Euro 15.000
  • Mit 55 Ende der Einzahlungsphase
  • Ab Alter 62 jährliche Entnahmen von Euro 36.000
  • Vermögensstand mit 90. etwas über Euro 680.000

17 Steuerfuchs Netto-Rendite 4 Prozent

Vertragsentwicklung bei einer angenommenen Netto-Rendite von 6 %:

Eine um zwei Prozentpunkte höhere Netto-Rendite führt zu deutlich höheren Entnahme-Möglichkeiten

  • Einzahlungen wie vorstehend benannt.
  • Auszahlungen ab Alter 62 jedoch jährlich in doppelter Höhe, somit Euro 72.000
  • Vermögenstand mit 90: fast 1,5 Millionen Euro

 

18 Steuerfuchs Netto-Rendite 6 Prozent

Hinweise zur Erzielung einer guten Rendite unter dem Menüpunkte „rentabel“ und „Musterportfolios“

Kalkulationsgrundlagen für dieses Beispiel