Der Firmenpatriarch führt ein Familien-Unternehmen von erheblichem Wert. Der Übergang per Erbschaft an die nächste Generation dürfte zu einer Erbschaftsteuerbelastung führen, die nicht so einfach aus den liquiden Reserven des Unternehmens beglichen werden kann.

Der Firmenpatriarch plant den Übergang seines Unternehmens frühzeitig mit seinen Steuer- und Rechtsberatern. Ein ergänzender Baustein seiner Übergabe-Strategie kann ein Private-Insuring-Vertrag sein, der im Erbfall eine Summe in der Größenordnung der erwarteten Erbschaftsteuer auf das Firmen- und/oder Immobilienvermögen bereitstellt.

Um die Freibeträge alle zehn Jahre erneut zu nutzen, schenkt der Firmenpatriarch den designierten Erben einen Geldbetrag. Diese Schenkung verwenden die Empfänger als Einmalprämie für einen Private-Insuring-Vertrag. Damit entsteht der Vermögenszuwachs im Private-Insuring-Vertrag auf Rechnung des/der Erben, was diesen Vermögenszuwachs von der Erbschaftsteuer freihält. Falls die Möglichkeit besteht, kann der Vorgang nach Ablauf von zehn Jahren wiederholt werden.

Vertragsgestaltung:

Für diese Gestaltung sind – je nach Einzelfall – zwei Schritte erforderlich.

Schritt 1: Schenkung eines Geldbetrages
Der Firmenpatriarch schenkt den designierten Erben seines Unternehmens einen Geldbetrag. Damit nutzt er die Freibeträge gemäß Schenkung/Erbschaftsteuergesetz bereits frühzeitig. Nach Ablauf von zehn Jahren können diese Freibeträge erneut genutzt werden.

Schritt 2: Start des Private-Insuring-Vertrags

Versicherungsnehmer:
der oder die Erben (maximal zwei Personen pro Vertrag), ggfls. mehrere Verträge

Versicherte Person:
der Erblasser, also der Firmenpatriarch

Bezugsberechtigte im Versicherungsfall:
der oder die Erben

Versicherungsfall ist bei dieser Vertragsgestaltung das Ableben des Firmenpatriarchen. Dies führt auch zum Erbfall: das Firmenvermögen wird vom Firmenpatriarchen auf seine Erben übertragen, was in diesem Beispiel zu einer erheblichen Erbschaftsteuerbelastung führt.

Die Auszahlung des Versicherungsvermögens einschließlich Zusatzleistung aus der Risikoversicherung erfolgt an die Bezugsberechtigen

  • ohne Abzug von Ertragsteuer (keine Einkommensteuer, keine Abgeltungsteuer, keine Kapitalertragsteuer, …). Dies folgt aus der Steuerbegünstigung für Auszahlungen aus einem Versicherungsvertrag anlässlich des Todes der versicherten Person (= Firmenpatriarch und Erblasser).
  • ohne Belastung durch Erbschaftsteuer. Dies folgt daraus, dass das Versicherungsvermögen in diesem Fall an die Versicherungsnehmer selbst, die seit Abschluss des Vertrages Vertragsinhaber sind, ausbezahlt wird.

Damit steht die Auszahlung aus dem Privat-Insuring-Vertrag den Erben ungeschmälert zur Verfügung. Sie können diese Liquidität nutzen, um die Erbschaftsteuer, die aufgrund des erbweisen Übergangs des Firmen- und / oder Immobilienvermögens fällig wird, zu begleichen – oder auch für jeden beliebigen anderen Zweck.

Teilentnahmen:
sind jederzeit möglich, für diese spezielle Vertragsgestaltung jedoch nicht vorgesehen. Falls sich die ursprüngliche Planung jedoch ändert, besteht volle Flexibilität, diesen Vertrag auch ganz anders zu nutzen als ursprünglich geplant.

Beispiel für den Firmenpatriarchen

Vertragsentwicklung bei einer angenommenen Netto-Rendite von 4 %:

  • Vertragsabschluss durch die Erben. Alter des Firmenpatriarchen zu diesem Zeitpunkt: 60 Jahre
  • Einmalzahlung Euro 400.000, finanziert aus Schenkung.
    Alternativ können die Vertragsinhaber ihr Private-Insuring-Vermögen auch mit jährlichen Einzahlungen aufbauen oder eine Kombination von jährlichen Prämien und einmaligen Zuzahlungen von Fall zu Fall gestalten.
  • Fälligkeit (in diesem Beispiel) im Alter 90 des Firmenpatriarchen.

13 Firmenpatriarch Netto-Rendite 4 Prozent

Vertragsentwicklung bei einer angenommenen Netto-Rendite von 6 %:

Wie vorstehend, nur mit dem Unterschied, dass eine um zwei Prozentpunkte höhere Netto-Rendite zu einer Auszahlung von über Euro 2,4 Millionen Euro führt statt nur etwa Euro 1,35 Millionen.

14 Firmenpatriarch Netto-Rendite 6 Prozent

Hinweise zur Erzielung einer guten Rendite unter dem Menüpunkte „rentabel“ und „Musterportfolios“

Kalkulationsgrundlage für dieses Beispiel