Japan: Schwacher Konsum stellt Steuererhöhung in Frage

Geposted von Walter Feil am

Der private Konsum in Japan bleibt hinter den Erwartungen zurück. Im zweiten Quartal lag er um etwa 0,3 Prozent des GDP niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Allerdings erfasst diese Angabe nicht die Ausgaben  für Gesundheitsleistungen und Altersversorgung. Damit fehlt in dieser Angabe ein wesentlicher Teil der Ausgaben.

Trotzdem stellt die schwache Entwicklung des privaten Konsums den Plan der Regierung, die zweite Erhöhung der Mehrwertsteuer von 8 auf 10 Prozent im April 2017 durchzuführen, in Frage. Vielleicht wird die zweite Stufe der Mehrwertsteuer-Erhöhung noch einmal verschoben, etwa auf das Jahr 2020. Die erste Erhöhung hatte zu einem massiven Rückgang des Konsums geführt.

Unternehmensteuern könnten die Lücke füllen

Die Erhöhung der Steuereinnahmen in Japan in 2015 und stammt hauptsächlich aus der bereits durchgeführten ersten Stufe der Mehrwertsteuererhöhung. Die Unternehmen trugen bisher trotz starker Gewinnsteigerungen kaum zu höheren Steuereinnahmen bei, da sie in großem Umfang Verluste aus früheren Jahren verrechnen konnten. Darüber hinaus war eine Steuersenkung durchgeführt worden. Die Grafik zeigt deutlich den geringen Anstieg des Steueraufkommens von den Unternehmen und den deutlichen Anstieg der „Consumption Tax“ (Mehrwertsteuer).

Erhöhung der Steuereinnahmen in Japan

Bei weiter positiver Entwicklung der Unternehmensgewinne sollte künftig auch die „Corporate Tax“ zu Mehreinnahmen führen.

Zinsen weiterhin tief – Aktienkurse steigend

Gemäß der Vorschau von Capital Economis (CE) wird die Zinshöhe für 10-jährige Staatsanleihen weiterhin niedrig bleiben und von derzeit 0,31 Prozent bis Ende 2016 nur auf 0,50 Prozent steigen. Für den Aktienindex Nikkei 225 erwartet CE bis Ende 2015 einen Stand von 20.500 und bis Ende 2016 23.000. Damit ist der japanische Aktienmarkt neben der Eurozone der Markt mit den besten Prognosen für das Jahr 2016.

Walter Feil