Eurozone: Langsames Wachstum zwingt EZB zum Handeln

Geposted von Walter Feil am

Das Wachstum in der Eurozone hat sich im dritten Quartal 2015 weiter verlangsamt. Die Grafik zeigt für 2015 zweimal nacheinander einen Rückgang des GDP, jeweils zum vorausgegangenen Quartal.

GDP Eurozone in 2015

Diese erneute Wachstumsverlangsamung unterstützt die Erwartung, dass die EZB  ihr Anleiheankaufprogramm ausweiten wird und damit noch mehr Liquidität in den Markt gibt. Alleine schon die Erwartung von verstärkten Aktivitäten der EZB hat die kurzfristigen Zinsen – aber auch die Zinssätze für langfristige Anleihen – nach unten getrieben.

Langfristzinsen werden wieder anziehen – Aktienmärkte mit Rückenwind durch viel Liquidität

Der Analysedienst Capital Economics (CE) erwartet, dass der Zinssatz für 10-jährige Bundesanleihen von derzeit etwa 0,6% bis Ende 2015 wieder auf 0,75 % steigen wird und im Jahr 2016 weiter bis 1,00 % anzieht. Für die Aktienmärkte an den europäischen Börsen erwartet CE eine positive Entwicklung, die vor allem durch die reichliche Liquidität aus dem Anleiheankaufprogramm der EZB und der daraus folgenden Abwertung des Euro gegenüber dem USD und vielen Schwellenländer-Währungen gestützt wird.

Kommentar:
Auf für die Eurozone gilt der gleiche Grundsatz wie für alle anderen Anleihemärkte: steigende Langfristzinsen führen zu Kursverlusten bei den bereits am Markt befindlichen Anleihen. Dies wird immer mehr Anleihebesitzer veranlassen, ihren Bestand Schritt für Schritt abzubauen und die bisher entstandenen Kursgewinne damit sicherzustellen.

Walter Feil